Entdeckungen im Alltag

Weihnachten

vorfristig?

sternHeute habe ich meine Wohnung verweihnachtlicht. Es ist richtig gemütlich und ich freue mich darüber und genieße es.

Zum Thema Weihachtsbaum dieses Jahr habe ich mir überlegt, dass ich einen haben möchte und zwar werde ich mir – und das hätte ich früher nie gemacht – einen künstlichen kaufen. Vom Ökologischen her ist es genauso gut oder schlecht, wie einen im Wald geschlagenen nach wenigen Tagen wegzuschmeißen.

So, dachte ich, dann werde ich ihn vielleicht schon am 1. Advent aufstellen. Dann kann ich mich 3 Wochen länger dran erfreuen. Aber dann habe ich das hier gelesen und es hat mich nachdenklich gemacht. Advent ist nicht Weihnachten.

Ich will die Adventszeit wieder als Zeit des Wartens, der Vorbereitung auf das Kommen des Christkindes, der der Retter der Welt ist, erleben.

Und so habe ich noch etwas, worauf ich mich freuen kann – nicht nur auf den Weihnachtsbaum.

  1. Liebe Christiane,

    vielen Dank für dein posting „vorfristig?“ und auch den Artikel, der
    dich zum Nachdenken gebracht hat.

    Deine Idee, den Christbaum bereits zum ersten Advent aufzustellen,
    gefällt mir gut, denn ich selbst habe das vor einigen Jahren gemacht.
    Ich kenne das von amerikanischen Freunden, dort steht ab Thanksgiving der Weihnachtsbaum. Das ist in den USA übrigens auch Tradition. Weltweit sind die Weihnachtstage übrigens teilweise anders als in Deutschland, so gibt es in vielen Ländern z.B. keinen Heiligen Abend und keine 2 Weihnachstfeiertage, sondern häufig ist der 25.12. der Christtag, an dem die Geburt von Jesus Christus gefeiert wird und dieser eine Tag ist „Weihnachten“. Ich persönlich bin der Meinung, dass man heutzutage in Europa darüber durchaus unterschiedlicher Meinung sein und man für sich selbst, oder für seine Gemeinde entscheiden muss, ab wann und wie lange man den Christbaum aufstellen will.

    Grundsätzlich ist aber zu berücksichtigen, dass der Christbaum
    ursprünglich nichts mit Weihnachten, also der christlichen Botschaft an
    Weihnachten, zu tun hat. Der Christbaum ist ein heidnischer Brauch, den
    es in Europa seit dem Mittelalter gibt und der dort seit dem 19.
    Jahrhundert zur Tradition geworden ist. Eine Aufstellunsgzeit des
    Christbaums, begrenzt auf die Weihnachtstage zu begründen, ist rein
    traditionell, bezieht sich aber nicht explizit auf die Bibel und das kann ja durchaus so gewollt sein. Wer sich einen Christbaum ins Zimmer stellt, setzt einen ursprünglich heidnischen Brauch um, egal ob in der Adventszeit oder erst an Weihnachten. Das muss deshalb nicht schlecht sein, man muss sich dessen nur bewusst sein, und sich selbst eine vom Glauben getragene Bedeutung dafür geben (können).

    Als Symbol für die Weihnachtstage könnte meines Erachtens noch am ehesten die Krippe in Frage kommen, aber selbst die wäre nicht so, wie wir es uns „landläufig“ vorstellen. Der Christbaum nicht, denn er hatte ursprünglich nichts mit dem Christfest zu tun.

    Um auf das Aufstellen des Christbaums ab dem 1. Advent zurück zu kommen,
    geht es mir so: Wenn man sich entscheidet einen Christbaum aufzustellen, und diesen Brauch damit kontextualisiert, dann ist man frei, von wann bis wann man das tun möchte.
    Es stimmt, Weihnachten ist nicht Advent. Advent ist Vorbereitung, Vorbereitungszeit. Aber kommt Advent in der Bibel vor? Auch der Advent ist ein menschlicher Brauch. Er ist deshalb aber nicht schlecht, sondern kann helfen bewusster zu leben und sich bewusster auf Weihnachten vorzubereiten. Ein christliches Gesetzt lässt sich daraus aber nicht begründen.

    Mir hat der Christbaum ab dem ersten Advent geholfen, mich auf
    Weihnachten, auf das kommende, nahende Christfest zu konzentrieren. Die
    „Weihnachtszeit“ ging dadurch vom ersten Advent bis zum 6. Januar. Das
    war für mich eine Bereicherung und eine bewusste Fokussierung.
    Jesus Christus ist das Licht der Welt, das sagt er von sich selbst. Zu
    ihm haben wir an jedem Tag des Jahres Zugang. Symbolische Lichter, in
    welcher Art auch immer, die uns an eben dieses Licht erinnern, darf man,
    so meine zumindest ich, an jedem Tag des Jahres aufstellen, in welcher
    Form auch immer, und besonders in der Adventszeit.

    Ich möchte dir Mut machen, den Advent für dich so zu gestalten, dass du
    dich gut auf Weihnachten einstimmen und vorbereiten kannst.
    Mit Baum oder ohne, denn der Baum ist dabei nur ein Symbol und ein Hilfsmittel.

    Viele herzliche Grüße
    Angelika

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