Durch die Quarantäne komme ich nun dazu, noch ein paar Texte und Videos zu bloggen, die ich für das Kulturprogramm zur Jahrestagung des BPE geschrieben habe.

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Ein feste Burg – Halt in schweren Zeiten

2011 war meine Tochter auf der Burgruine Hartenstein zu einem Teenie-Sommercamp.

Danach habe ich das folgende Video zusammengestellt.

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Wenn ich eine Burg sehe, fällt mir dabei sofort das Lied: „Ein feste Burg ist unser Gott“ des berühmten Reformators Martin Luther ein.

Kaiser Karl V. forderte ihn auf dem Reichstag in Worms dazu auf, seine Lehren zu widerrufen, aber Luther antwortete:

Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun
weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!

Oder kurz gesagt, wie manche von Ihnen den Ausspruch Luthers vielleicht kennen: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“

Dafür braucht man einen festen Halt, um so unerschütterlich seinen Standpunkt zu vertreten, koste es, was es wolle. Und den hatte Luther, in seinem Glauben. Gott war für ihn seine feste Burg.

Koste es, was es wolle – um des Gewissens willen Nachteile in Kauf nehmen, das hat es in meinem Leben auch gegeben. Als ich aus Glaubensgründen nicht in die FDJ, die Jugendorganisation der Kommunisten, gegangen bin und deswegen kein Abitur machen und nicht studieren durfte. Viele hatten mir davon abgeraten, weil ich mir damit alle Chancen verbauen würde. Aber ich konnte nicht!

Und es war okay!

Ich habe es nicht bereut, nur einmal – beim ersten Silvester, nachdem die Mauer gefallen war. Da war mein Cousin aus dem Westen da und wir haben fast bis zum Morgen geredet und dann dachte ich: Wenn das alles ein paar Jahr eher passiert wäre? Aber als Ossi war der Mauerfall außerhalb unserer Denkmöglichkeiten und dass ich als Christ in der DDR benachteiligt werde, war normal. Ich wusste es und habe gelernt, aufrecht zu gehen.

Übrigens ist die Lutherstadt Wittenberg meine Geburtsstadt.