Nein, das ist kein Grammatikfehler.

Lest weiter, dann findet ihr die Erklärung dafür, was ich damit meine.

So sah es heute Morgen aus, als ich aus dem Fenster guckte! Ich hatte einen Termin für meinen Kater zum Impfen. Es war nichts geräumt und ich sah die Autos über die Straße schlittern und die Reifen durchdrehen. Mit meinen Allwetterreifen hatte ich in diesem Winter keine guten Erfahrungen gemacht und ich stellte mir vor, wie ich mich mit meinem Vierbeiner an Bord zum Tierarzt kämpfte und auf dem Rückweg den Berg hoch vielleicht stecken blieb.

Muss ja nicht unbedingt sein. – Aber doch, ich habe ja einen Termin, den muss ich doch einhalten. – Aber einen Termin kann man doch absagen. – Ja, aber es würde doch sicher gehen, wenn ich mir Mühe gebe. Ich bin doch ein zuverlässiger Mensch. – Aber eigentlich will ich nicht. Und ich habe auch ein bisschen Angst.

So stritten sich mein pflichtbewusster Teil und die Seite von mir, die machen wollte, was sie eigentlich nicht durfte (?!?).

Dabei kam ich zu der Erkenntnis: ICH DARF MEINEM EMPFINDEN TRAUEN!!!

Wenn ich etwas eigentlich nicht möchte, dann möchte ich es nicht!

So oft habe ich mich selbst in Frage gestellt und etwas getan, weil ich es musste, weil es von mir erwartet wurde…

Der Frühling lässt sich vom Winter nicht kleinkriegen!

Ich spreche jetzt hier nicht totaler Verantwortungslosigkeit das Wort. Ich will weiterhin ein Mensch sein, auf den man sich verlassen kann. Wenn jeder nur auf Arbeit gehen würde, wenn er Lust hat, würde das Chaos ausbrechen. Nein, das meine ich nicht.

Aber seine innere Stimme ernst nehmen, das ist durchaus erlaubt und wichtig. Wenn ich ständig gegen mich arbeite, werde ich krank.


Ich habe dann bei der Tierärztin angerufen. Die Arzthelferin hat verständnisvoll gelacht und mir einen neuen Termin gegeben. Eine Impfung ist ja keine lebensbedrohlich Operation, die man nicht verschieben kann.