thermometerSeit 5 Tagen ist meine Heizung im Wohnzimmer kalt, zum Glück nur diese. Trotzdem sind 17°C nicht unbedingt das, was man als gemütlich bezeichnen würde. Zweimal habe ich schon die Hausverwaltung angerufen, aber bisher vergeblich auf den Rückruf eines Handwerkers gewartet. Na gut, am Anfang habe ich es humorvoll genommen, es gibt ja Wolldecken und heiße Getränke oder lange Unterhosen, Socken und Fleecejacken.

Aber heute merke ich, wie ich langsam ärgerlich werde.

Am Wochenende war ich zu einer Seelsorgeschulung, in der ein Punkt war, dass wir allezeit Gott danken sollen. Das, was zunächst oft unmöglich erscheint, ist doch irgendwie logisch, wenn man die Alternative bedenkt: Fühle ich mich mit Wut, Groll und Bitterkeit im Herzen wirklich besser?

Also habe ich es versucht, zunächst mal einfach die Worte auszusprechen: „Danke, Gott, für die kaputte Heizung!“ Es fühlt sich etwas komisch an, passt nicht so richtig. Aber plötzlich merke ich, wie meine Gefühle hinterher kommen, wie sich meine Perspektive ändert.

Und ich muss an die Flüchtlinge denken, die in Zelten leben und denen es am Nötigsten fehlt. Ich hab eine Wohnung, die schön eingerichtet ist, kann mich warm anziehen, könnte mir ein heißes Bad gönnen oder mich im Bett einkuscheln.

So fallen mir immer mehr Gründe ein, für die ich wirklich dankbar sein kann und das Problem „kaputte Heizung“ verliert sein Katastrophengesicht.