Zugegeben, ich habe Raumschiff Enterprice noch nie angeguckt. Aber ich weiß, was beamen ist. Da wird ein Mensch in nullkommanix von einem Ort an den anderen versetzt.

Das würde ich manchmal auch gern können. Das wäre doch herrlich: keine Fahrzeiten, kein Warten auf Bus und Bahn, kein Geld für Benzin ausgeben müssen.

Aber wäre das wirklich so toll? Wären wir damit nicht hoffnungslos überfordert? Könnten wir dieses blitzschnelle Switchen überhaupt verkraften?

Es ist so gedacht, das wir Menschen an Raum und Zeit gebunden sind. Das wir eben nicht überall zugleich sein können. Dann wären wir Gott.

Solche „Zwischenzeiten“, in denen ich mich von einem Ort zum anderen bewege, kann ich auch als Geschenk sehen, als Pause, als Zeit zum Umschalten. Ich genieße zum Beispiel die Viertelstunde, die ich zu meinen Schülern (Geschwister-Paket), die ich zu Hause unterrichte, zu Fuß unterwegs bin  und nehme nicht das Auto. Da kann ich mich gut auf sie einstellen und hinterher abschalten. Und manchmal kommen mir sogar noch gute Ideen.

Jetzt sitze ich gerade im Zug und schreibe diesen Artikel und freu mich auf mein Mädel, das ich besuchen werde.

Ein anderes Beispiel: Vor ein paar Jahren waren an einem Wochenende der 30. Geburtstag meiner Schwägerin und der 75. meines Schwiegervaters. Total andere Leute, andere Atmosphäre. Unterschiedlicher hätten die Feierlichkeiten nicht sein können. Ich habe die 2½ Stunden Fahrzeit gebraucht, um das eine hinter mir zu lassen und mich auf das andere einzustellen. Ja, ich habe gemerkt, dass ich in dieser Pause neue Energie tanken konnte.

Dass du Zwischenzeiten als Geschenk und nicht als lästig empfinden kannst, das wünsche ich dir.