© Gina Sanders - Fotolia.com

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Ich bin ein Stapler – in gewisser Weise ein Hochstapler. Bei mir stapeln sich die Bücher, Zeitschriften, Artikel, sie ich irgendwann mal noch lesen möchte. Und das nicht nur auf meinem Schreibtisch und in meinem Zimmer, sondern auch im PC.

Alles, was ich – irgendwann mal – lesen, anhören, anschauen möchte, wird gespeichert. Und damit ich es auch schnell finde, in der Lesezeichensymbolleiste. Die ist inzwischen so (über)-voll, dass sich, wenn man auf den kleinen Pfeil an der Seite klickt, eine Liste öffnet, die so lang ist, dass man scrollen muss.

Neulich habe ich ein bisschen aufgeräumt und die abgespeicherten Seiten in Unterordner einsortiert: to listen, to read, to watch – zu hören, zu lesen, anzuschauen. Das klang dann aber doch zu sehr nach To-do-Liste – noch eine! So habe ich die Namen für die Ordner ein bisschen modifiert: listenable, readable, watchable. Und ich dachte, dass das hörbar, lesbar und anschaubar heißt. Aber als ich im Wörterbuch nachschaute, entdeckte ich, dass man es auch mit hörens-, lesens-, sehenswert übersetzen kann. Das ist ja noch ein ganz anderer Gedanke: Sind die Dinge, die ich da speichere und stapele es wirklich wert, gesehen, gehört und angeschaut zu werden? Verpasse ich wirklich etwas, wenn ich es nicht tue? Ist es die Zeit wert, die ich dafür einsetze?

Mir fehlt (noch) der Mut zum rigorosen Entstapeln, Löschen, Wegwerfen. Aber es ist kein to-do mehr, eher ein could-do, ein Könnte-getan-werden… wenn es wert ist, getan zu werden.

Dieses could-do lässt sich übrigens auf Listen jeder Art anwenden – nachdenkenswert!