© Joujou  / pixelio.de
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Wo gibt’s so was noch: Hühner, die frei herumlaufen, ihr Futter picken und das tun, wozu sie auf der Welt sind: Eier legen.

Hühner legen Eier, das ist normal – und sie erwarten keinen Dank dafür. – Wirklich nicht?

Nun, ich kann in die Seele eines Huhnes keinen Einblich nehmen, aber wenn ich eins wäre, würde ich mich freuen, wenn ab und zu mal jemand sagt: Danke schön, das hast du gut gemacht!

Etwa so:

(die erste Minute 🙂 )

Vor allem Kinder brauchen Lob und Ermutigung – Erwachsene aber auch. Und Erwachsene, die als Kinder zu wenig postive Verstärkung (so heißt das in der Fachsprache) bekommen haben, laufen immer noch rum und betteln ihre Mitmenschen um ein bisschen Anerkennung an: „Guck mal, was ich gemacht habe! Ist das nicht toll?“ Solch kindisches Verhalten kann ziemlich nerven!

Die alte Schule sagt: Nicht getadelt ist genug gelobt! – Schade! – Viel schöner ist es, wenn wir einen wertschätzenden Umgang miteinander lernen, egal ob unseren Kindern oder Freunden, Kollegen, Ehepartnern und sonstigen Leuten gegenüber.

Ich kenne ein Gedicht, das ich mir selber öfter anhören musste, wenn ich eigentlich… siehe oben:

 

Dieses Gedicht ist von Heinrich Seidel (1842-1906) – also auch schon etwas älter. Ob es als Warnung vor zu viel Lob geschrieben wurde? – Ich weiß es nicht.

Aber ich habe einen Anti-Text geschrieben.
Mit dem sind die Hühner sicher glücklicher. 😉

Auf einer Meierei
da lebte einst ein braves Huhn,
das legte, wie die Hühner tun,
an jedem Tag ein Ei
und sagte: Ei – ein Ei!
Da kam der Hahn vorbei
und sagt zu ihm: Sieh an,
du hast was Gut’s getan!
Mach weiter so, leg Eier froh,
und freu dich deines Lebens,
denn niemals ist vergebens,
was du aus Lieb‘ getan.