habe ich eine längst verschüttet geglaubte Betätigung wieder aufleben lassen: das Klettern (wie hier schon berichtet). Seitdem bin ich über 20 Wege gestiegen, die so schöne Namen tragen wie Talwand, Birkenwand, Frühlingskante, Schwarzer Weg, Bunter Weg, Grüner Weg, Dummes Schaf. Dabei brauche ich das „Seil von oben“ – d.h. ich klettere nur im Nachsteig, fühle mich mit einer III oder IV ganz wohl, wenn ich gut drauf bin, steige ich auch schon mal eine V. (Mit den römischen Zahlen werden die Schwierigkeitsgrade nach der Sächsischen Skala bezeichnet.)

Das Schöne ist, dass ich merke, wie ich langsam wieder Übung kriege, beweglicher und sicherer werde. Es macht Spaß, mit meinem Mann – und Freunden – zusammen zu sein. Man ist draußen, kann die Natur genießen (ich bevorzuge schönes Wetter beim Klettern :), ehrgeizigere Kletterer als ich es bin stört das nicht so) und meistens vergeht die Zeit viel zu schnell.

Während unserer Gemeindefreizeit über Himmelfahrt hat mein Mann Klettern als Freizeitaktivität angeboten. Jeder durfte mitmachen, auch Anfänger, Kinder… Wir hatten auch fast für alle Ausrüstung dabei. Mein Mann stieg den Weg vor (er trug den Namen „Edelweißkante“ – an der Versteckten Wand im Lauchagrund), legte die Sicherungen und zusammen mit zwei schon erfahrenen Kletterern sicherte er die Nachsteiger. Ich war bei dieser Aktion „Bodenpersonal“, d.h. ich musste die Leute ins Seil einbinden, Unklarheiten beseitigen, Seile wieder aufnehmen… Ich hab mich dabei super gut gefühlt, es war genau mein Job. Ich will zwar nicht sagen, dass es ohne mich nicht gegangen wäre… 😉 Auf jeden Fall haben wir als Team gut zusammen gearbeitet und das war Klasse!

Insgesamt haben wir 12 Leute hochgesichert und dabei jedem die Zeit gegeben, die er brauchte und auch mal „Seilzug“, wenn es nötig war. Mit der Zeit haben wir uns bisschen verkalkuliert, aber die Tage sind ja lang und wir konnten ja auch nicht wissen, dass sich so viele zum Klettern melden

Hier noch zwei Bilder von unserer „Erkundungstour“ in den Lauchagrund. Wir waren zwei Wochen vor der Gemeindefreizeit schon mal da, um die Lage zu checken.

meine Wenigkeit im Nachstieg

mein Mann in seinem Element 🙂

Manchmal kommen mir beim Klettern auch erbauliche Gedanken. Ein Stück ist es wie im wirklichen Leben: Der Weg geht steil bergauf – zum Glück wissen wir, dass jemand schon vor uns ihn gegangen ist. Jesus ist mein Vorsteiger. Ich kann nicht fallen. Er hält das Seil von oben. Und er gibt mir auch mal Seilzug, wenn ich an einer schweren Stelle festhänge und allein nicht weiter komme.

Als ich diese Gedanken letztens beim Klettern in einer V zum Besten gab, meinte mein Mann: „Wer beim Klettern noch predigen kann, der ist noch nicht ausgelastet.“ 8)