Dieser Artikel ist sozusagen eine Fortsetzung des vorigen.

Laufen, sich bewegen, Sport – das sind gute und nützliche Dinge und man sollte sie tun – am besten regelmäßig. Und gerade dieses „man sollte“ klingt für mich so sehr nach müssen, dass ich darauf allergisch reagiere: Wenn ich muss, dann gerade nicht!

Dabei wäre es doch gut! Es gibt so viele Gründe, die dafür sprechen, die Bequemlichkeit zu überwinden. Ich würde mich hinterher besser fühlen… usw. – Aber ich will nicht müssen.

Vorgestern – wie gesagt – ist es mir nach längerer Zeit mal wieder gelungen, vom Sofa hochzukommen und eine Runde Nordic Walking zu betreiben. Allerdings bin ich diesmal nicht nur gewalkt, sondern habe ein kleines Päuschen auf einer urigen Bank gemacht. Hab da gesessen, den Wind, die Düfte, die Sonne genossen und Gott dafür gedankt. Und dann habe ich gemerkt, dass es ja eigentlich ein Geschenk ist, das Gott mir da macht: dass ich draußen sein darf, dass ich die Natur genießen kann, dass ich mich bewegen kann, dass ich Zeit dafür habe, dass es mir einfach gut tut. Ich dachte: „Wie dumm war ich eigentlich, dass ich mir das so oft habe entgehen lassen?“ Gott will mich beschenken und ich packe sein Geschenk nicht aus, lasse die Möglichkeiten einfach ungenutzt verstreichen.

Wenn ich jetzt rausgehe, um mich zu bewegen, dann will ich das nicht tun, um irgendwas abzuleisten oder ein „Du solltest aber…“ zu erfüllen. Ich will es als etwas Schönes, das Gott mir schenkt, genießen.

In unserer näheren Umgebung gibt es mehrere solcher urigen Bänke. Mal sehen, welches davon in Zukunft mein Lieblingsplätzchen wird. Oder – man kann ja auch abwechseln.