Vor einer Woche waren mein Mann und ich zu einem Konzert mit Gerhard Schöne, einem Liedermacher, der schon zu Ostzeiten bekannt war. So schwingt immer ein gutes Stück (N)Ostalgie mit, wenn wir ihn live erleben können. Diesmal war es ein „Wunschkonzert“, das er gab. Das bedeutete, das Programm war vorher nicht fertig, sondern wurde den Wünschen der Hörer angepasst. Jeder bekam am Eingang einen Zettel mit 123 Liedern von ihm. Daraus durfte man sich 1 bis 3 Lieder aussuchen, ankreuzen oder in Ermangelung eines Stifte durchpieksen. Dann, während der Vorstellung, sollten die Zuschauer einen Flieger aus dem Zettel falten und ihn nach vorn schießen, natürlich nicht alle auf einmal, sondern zuerst die Geburtsmonate Januar bis April, dann später Mai bis August usw.

Ein Lied, das mir besonders gefällt, habe ich hier eingefügt (die Aufnahme stammt von einem anderen Konzert des Liedermachers).

Heute haben wir den Geburtstag meines Mannes mit seinen Eltern nachgefeiert. Es war ein schöner Nachmittag. Als die Gäste gegangen waren und ich beim Küche aufräumen so nachdachte, kam mir genau dieser Gedanke: Wer weiß, wie oft wir solche Nachmittage noch erleben werden? Es ist schön, wenn man zusammensitzen, reden, lachen, essen, Bilder angucken kann, wenn Oma mit der Enkeltochter einen französischen Brief aufsetzt, dass überhaupt 3 Generationen zusammen sind und man sich versteht. Das alles ist nicht selbstverständlich. Deshalb will ich es bewusst wahrnehmen und dafür dankbar sein.