Um dieses Thema ging es heute im Gottesdienst in der Predigt.

Frommer Atheismus, das bedeutet: Wir leugnen zwar nicht Gottes Existens, aber wir möchten gern bestimmen, was Gott wann und wie tun soll. Damit wollen wir ihn zu unserem Werkzeug machen. Gott darf in unserem Leben die erste Geige spielen, aber wir stehen am Dirigentenpult und geben die Einsätze. Damit verweigern wir Gott den Platz, den er eigentlich in unserem Leben haben möchte und handeln genauso wie die Menschen, die ohne Gott leben.

Der Prediger zitierte zum Schluss ein Gedicht von Eugen Roth, das diese Einstellung anschaulich beschreibt:

Ein Mensch, solang es gut ihm geht,
denkt nur selten ans Gebet,
lebt in den Tag hinein sein Leben,
denkt nicht an den, der’s ihm gegeben.
Und schiebt selbst noch den schuld’gen Dank,
wie’s Frommsein, auf die lange Bank.

Doch wenn ein Unglück ihn ereilt,
dann wird der Himmel angepeilt:
Mein Gott, wenn es dich geben sollte,
schon längst ich zu dir kommen wollte…
Wie kann er solches an mir tun?
So komm herbei und hilf mir nun!

Wird der Anruf nicht gehört,
dem Notstandsglauben ab er schwört.
Wie kann ich denn Vertrauen fassen
zu dem, der mich im Stich gelassen?
Ob der das Beten je begreift,
der Gott wie einem Dienstmann pfeift?