brechen!!!!

Sommerimpressionen (16)Meine Tomatenpflanzen auf dem Balkon wachsen und gedeihen vor sich hin, es ist eine wahre Freude, ihnen dabei zuzuschauen – so lange setze ich mich nicht daneben, um das direkt zu bemerken :). Aber seit den paar Wochen, als ich sie gepflanzt habe, ist schon ein Unterschied zu merken. Ich habe ihnen auch am Anfang eine Düngung zukommen lassen und werde das nach 6 Wochen nochmal tun, wie es auf der Düngerpackung steht. Einige Pflanzen sind etwas kräftiger, einige brauchen noch etwas länger, das liegt daran, dass sie unterschiedliche Startbedingungen hatten: 2 Pflanzen sind vom Baumarkt, 4 vom Gärtner. Aber das darf ja sein. Menschen haben auch nicht die gleichen Startbedingugen. Entscheidend ist, was man mit seinem „Material“ macht und wie man es weiter entwickelt – und dass man es/sich überhaupt weiter entwickelt. So ist das bei den Pflanzen wie im Leben.

Gestern ist es passiert. Ich habe mir dieses Jahr Rankhilfen gekauft, auch Tomatenstäbe genannt. Ohne diese würden die Tomaten am Boden bleiben und vor sich hin kriechen, dann hätten sie keine Chance zum Wachstum und an fruchtig-leckere (selbstgezogene Bio-)Tomaten wäre nicht zu denken (auf die freuen wir uns schon 🙂 ) Also, Rankhilfe gekauft, in die Töpfe gesteckt und nun müssen die Stängel ja auch den Weg durch die geschlängelten Stäbe finden. Ein Spross war schon ziemlich weit in eine andere Richtung gewachsen – nämlich der Sonne entgegen – wohin sonst…

Ich wollte aber, dass er nach oben wächst bzw. dahin, was ich für oben halte – woher soll die Tomate das wissen, mit der Sonne hatte sie ja auch nicht so unrecht. Also habe ich ein bisschen Gewalt angewendet und dann noch ein bisschen mehr – und das ist es passiert:

Sommerimpressionen (17)Bruch!! Ab!! Apper geht’s nicht! Irreperabler Schaden! Der Haupttrieb war nicht mehr da. Mir entfuhr ein Schreckensschrei: Nein!!!!!

Gewalt tut nicht gut. Gewalt verletzt und hinterlässt Wunden.

Bei den anderen Pflanzen wollte ich das auf keinen Fall riskieren. Deshalb nahm ich meine Schnurrolle („Strippe“ haben wir früher dazu gesagt) und band die Stängel, die schon in die „falsche“ Richtung gewachsen waren mit sanftem Zug an dem Stab fest. Nun kann ich den Zug  jeden Tag ein bisschen verstärken und damit – vielleicht/hoffentlich – noch die Tomatenpflanze in die gewünschte Richtung lenken.

Lieber sanft ziehen als gewaltsam brechen!

Das gilt nicht nur für Tomatenpflanzen. Auch Kinder – ihr Wille – sollte auf keinen Fall gebrochen werden. Möglicherweise würde ich heute einiges anders machen, wenn ich noch mal ein Baby hätte… Leider sind auch manche Christen vom Glauben bzw. dem, was die Leute davon halten, verbogen – manche leider auch gebrochen worden.

Aber es gibt Hoffnung für meine Tomatenpflanze: Seht ihr den starken Nebentrieb?? – Fortsetzung folgt!