Gestern hatten wir eine super Predigt. Es ging um den Kranken am Teich Bethesda (nachzulesen in Johannes Kapitel 5). – 38 Jahre lag er dort an dem Teich mit den fünf Säulenhallen und wartete auf ein Wunder. Jesus kam an diesen Ort des Siechtums, er sah das Elend und er litt mit. Gott ist unsere Not nicht egal. Er fragte den Mann: „Willst du gesund werden?“ und der sagt nicht „Ja, na klar!“, sondern „Ich habe keinen Menschen.“ Er sieht keine Chance, hat auch eigentlich keine Erwartungen an den Mann, der ihm diese Frage stellt. Jesus antwortet mit einern Aufforderung: „Steh auf, nimm deine Matte und geh.“ Und tatsächlich, der Mann ist im nächsten Augenblick geheilt, kann aufstehen und gehen.

Was mir im Moment am meisten zu schaffen macht, ist die Trennung von meinem Mann. Er fehlt mir!! Dann müssen Schoki, Süßigs, Eis… herhalten, um die Lücke zu stopfen. Und dafür bekomme ich die Strafe auf der Waage und fühle mich noch elender. – Jesus sagt zu mir: „Steh auf und geh! Du kannst gehen, wenn ich dir das sage!“ Und ich will es wirklich tun: das in Anspruch nehmen, was er mir schenken will. Ich will mich nicht in der Endlosschleife des Selbstmitleids ergehen und wie ein Tonband immer wiederholen: „Mir fehlt mein Mann!“ Ich kann gehen – immer den nächsten Schritt – mit Gottes Hilfe. Und merke: der Boden trägt.

Nach dem Gottesdienst habe ich mir den Vers „Steh auf und geh!“ in einer englischen Übersetzung angeguckt und las da: „Get up and walk!“ – Da wusste ich ja, was ich gestern Nachmittag zu tun hatte :). 1,5 h war ich draußen inklusive einer kleinen Pause auf ner Bank zum Nachdenken, Beten… Dabei habe ich den Kopf wieder frei gekriegt und bin auf neue, gute Gedanken gekommen. Danke, Gott!

Am nächsten Wochenende, das ja einen Tag länger ist, wollen mein Mädel und ich unseren „Papa“ besuchen. Darauf freuen wir uns schon riesig.

In den letzten Wochen las ich in einem Brief, den ich meinem damals Verlobten geschrieben habe, ein Zitat von Elisabeth Elliot (aus dem Buch „Als Frau leben“):

Wir dürfen uns den Appetit unseres Lebens nicht von unserer Sehnsucht erschlagen lassen. – Wir nehmen das an, was Gott uns gibt, danken ihm dafür und lassen nicht zu, dass Unzufriedenheit über das Nichtgegebene es verdirbt.

Diese Sätze waren mir damals vor 17 Jahren wichtig und haben mir geholfen, die regelmäßigen Trennungen vor der Hochzeit immer wieder zu verkraften. Und jetzt entdecke ich sie neu. Denn Trennungszeiten gibt es halt auch als Verheiratete – und ich will sie nicht nur überleben, sondern daran wachsen.