In Thüringen sind seit Montag schon Osterferien. Ich kann mich nicht erinnern, Ferien als Mutter jemals so genossen zu haben. Meist fand ich es stressig, wenn mein Mädel den ganzen Tag zu Hause ist. Diesmal gehe ich es wesentlich relaxter an. Ob das auch mit an meinem Strohwitwendasein liegt, dass ich total dankbar bin, nicht ganz allein zu sein? Mit 15 1/2 ist sie schon richtig „groß“ und ein echtes Gegenüber. Ich mache die Meinungsverschiedenheiten, die es natürlich auch gibt, nicht zum Hauptkampfplatz, wir nehmen uns Zeit zum Reden, Zuhören… und genießen es.

Im „Leben feiern“ ist meine Tochter mir oft ein Vorbild. Sie macht die einfachsten Sachen (die sie gern tut) mit Hingabe, Einfallsreichtum und Kreativität. Gestern hat sie wieder mal ihr Zimmer umgeräumt – die geborene Innenarchitektin. Fast bin ich da ein bisschen neidisch und denke: Das täte ich auch gern. Aber mein Mann soll ja unsere Wohnung auch noch erkennen, wenn er wieder kommt.

Heute Mittag haben wir zusammen auf dem Balkon gegessen. Es war total schön. Und ich sage jetzt auch nicht: Noch schöner wäre es gewesen, wenn mein Mann auch dagewesen wäre.