Ich bin ein Aufschreiberling. Jahrelang – genau genommen so lange wir verheiratet sind: 16 Jahre – habe ich Haushaltsbuch geführt, im ersten Halbjahr diesen Jahres habe ich akribisch meine Trainingseinheiten aufgeschrieben – ich tu’s nicht mehr.

Das Führen des Haushaltsbuches hat mich nur frustriert, weil es am Montagsende meist sowieso nicht gestimmt hat. Mein Trainingstagebuch hat dazu geführt, dass sich mein Ehrgeiz verselbständigt und so zum Übertraining geführt hat. Ich find’s jetzt sehr befreiend, wenn ich an der Kasse sagen kann: „Den Zettel brauche ich nicht!“ Und mehr Geld gebe ich deswegen doch nicht aus bzw. sehe am Monatsende ja auch auf dem Konto, wo ich stehe.

Beim Sport kann ich jetzt voll und ganz Erich Kästner zustimmen:

… wenn jemand läuft, um gesund zu bleiben, kann ich das verstehen. Wenn er aber wie angestochen durch die Gegend rast, um eine Zehntelsekunde weniger zu brauchen als wer anders, so ist das kompletter Blödsinn. Denn davon bleibt er nicht gesund, sondern davon wird er krank.

Oder, wie ich es vor kurzem gelesen habe:

Bewegen Sie sich, weil es Sie entspannt, weil es Ihnen guttut, weil es Ihnen Energie und gute Stimmung gibt und weil Sie dabei Ihren Körper und sich selber spüren.
(Verena Steiner, „Energy“ – dieses Buch habe ich in den letzten Tag schon mehrfach zitiert)

Auf eins kann ich allerdings nicht verzichten: Am Ende des Tages schreibe ich in meinen Kalender, was gewesen ist. So ganz kann ich den Aufschreiberling in mir doch nicht verleugnen.