… in den Alltag! Dachte ich am Montag zumindest: Die Schule geht wieder los, ich habe wieder meine Klavier- und Gitarreschüler, die Woche ist voll. Aber da war nicht viel Alltag, in den ich hineinspringen konnte. Zwei Schüler haben sich abgemeldet. Jetzt habe ich nur noch an zwei Tagen in der Woche Unterricht. Das ist eigentlich zu wenig zu tun. Es ist ja ungewöhnlich, wenn man sagt, dass man keinen Stress hat. Eine Weile kann man das genießen. Aber dann kommt irgendwann die Langeweile und das Gefühl, dass man etwas nutzlos ist. – Vor solchen Anflügen habe ich Angst. So habe ich telefoniert, bis die Drähte heiß liefen, habe für nächste Woche gleich eine Klavierstunde für mich vereinbart, einen Besuch bei einer Freundin in Plauen… und das war noch nicht alles.

Und dann habe ich gemerkt, dass ich ja doch gebraucht werde:
Einer Freundin geht es nicht gut, sie hat Depressionen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es das Beste ist, was hilft, wenn jemand kommt und sagt: Komm, wir machen mal was zusammen.
Oder mein Mann bittet mich, mir mal mit Gedanken um die Forumulierung eines bestimmten Themas zu machen. Im Schwimmbad auf dem Liegestuhl beim Ausruhen nach dem Schwimmen ist mir sogar was Gescheites eingefallen (nachdem ich allerdings vorher zu Hause schon etwas Vorarbeit geleistet hatte).