Bei meinem letzten Lauf – ein langer, langsamer über 18 km – bekam ich plötzlich Schmerzen im Knie und musste abbrechen. Es ging nach ca. der Hälfte der Zeit los und ließ sich auch nicht mehr „wegdehnen“. Erst habe ich gedacht: Zähne zusammenbeißen, da muss ich jetzt durch, ich muss doch mein Training durchziehen. Aber nach einer halben Stunde merkte ich: Es geht nicht, die Schmerzen gingen einfach nicht weg und an Laufen, egal wie – ob langsam, Vorfuß oder sonstwie – war nicht zu denken. Ich bin dann nach Hause gegangen und war ziemlich niedergeschlagen. – Ist mein Traum vom Halbmarathon jetzt ausgeträumt? Werde ich den überhaupt laufen können. Und wie wird´s im Urlaub, wenn wir nächste Woche in die Schweiz fahren? Werde ich die Berge hoch- und vor allem wieder runterkommen?

Das sind so Gedanken, die mich ziemlich beschäftigen und ein Stück an meiner Lebensfreude kratzen. Aber es hat mich auch nachdenklich gemacht: Es ist wohl nicht gesund, dass sich mein Ehrgeiz so verselbständigt, dass mit einem ungeplanten Zwischenfall alles zusammenbricht. Es gibt ja sicher auch noch Plan B. – Am meisten zum Nachdenken brachte mich gestern meine Tochter. Die haben wir von ihrer Freizeit abgeholt – die Familie ist also wieder vollständig – sie fragte mich: „Hast du denn schon für dein Knie gebetet?“ – Ja, da muss man erst mal drauf kommen!